Stromausfall in Berlin: Folgen für die Infrastruktur – und welche Rolle Notfunk spielen kann
4. Januar 2026Als in Teilen des Berliner Südwestens plötzlich das Licht ausging, wurde vielen Menschen schlagartig bewusst, wie abhängig der Alltag von einer stabilen Stromversorgung ist. Heizungen blieben kalt, Mobiltelefone verloren den Empfang, Router schalteten sich ab. Nach Angaben von Stromnetz Berlin waren rund 45.400 Haushalte und etwa 2.200 Gewerbebetriebe betroffen. Ursache war ein Brand an einer zentralen Kabelverbindung über den Teltowkanal.
Der Vorfall ist kein rein technisches Problem. Er berührt grundlegende Fragen der Daseinsvorsorge: Wie belastbar ist kritische Infrastruktur? Wie schnell brechen Kommunikationswege weg, wenn der Strom fehlt? Und welche Rolle können unabhängige Systeme wie der Notfunk spielen, wenn reguläre Netze ausfallen?
Inhaltsverzeichnis
- Hintergrund und Faktenlage
- Technische Einordnung des Stromausfalls
- Beteiligte Akteure und belegte Stimmen
- Auswirkungen auf Infrastruktur und öffentliche Dienste
- Folgen für Bevölkerung und Alltag
- Kommunikation als kritischer Faktor
- Notfunk: Grundlagen und Einordnung
- Notfunk als Ergänzung in Stromausfällen
- Grenzen und realistische Erwartungen an Notfunk
- Bedeutung für Vorsorge und Resilienz
- Einordnung und Fazit
- FAQ
- Quellen und Verlinkungen
- Kontakt und Hinweis
- Redaktionelles Kurzfazit
1. Hintergrund und Faktenlage
Der Stromausfall betraf die Berliner Ortsteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Nach übereinstimmenden Medienberichten wurde ein Brand an einer Hoch- und Mittelspannungskabelbrücke über den Teltowkanal festgestellt. Über diese Kabelverbindung wird unter anderem das Kraftwerk Lichterfelde angebunden.
Stromnetz Berlin teilte mit, dass die Reparaturarbeiten komplex seien und mehrere Tage in Anspruch nehmen würden. Eine vollständige Wiederversorgung wurde für Donnerstagnachmittag angekündigt. In der Nacht zuvor konnten Teilbereiche – rund 7.000 Haushalte – schrittweise wieder ans Netz angeschlossen werden.
Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen mutmaßlicher Brandstiftung. Der Staatsschutz prüft ein mögliches Bekennerschreiben. Ein abschließendes Ermittlungsergebnis lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.
Diese Information konnte nicht abschließend verifiziert werden.
2. Technische Einordnung des Stromausfalls
Stromausfälle dieser Größenordnung entstehen in der Regel nicht durch einzelne defekte Haushaltsanschlüsse, sondern durch Schäden an zentralen Netzelementen. Im vorliegenden Fall war eine Kabelbrücke betroffen, über die mehrere Hoch- und Mittelspannungsleitungen geführt werden.
Solche Knotenpunkte sind für die Versorgung ganzer Stadtteile entscheidend. Fällt eine dieser Verbindungen aus, lassen sich die betroffenen Bereiche nicht immer sofort über alternative Leitungen versorgen. Der Aufbau provisorischer Umleitungen, das Ziehen neuer Kabel und die Prüfung auf Folgeschäden erfordern Zeit und Personal.
Hinzu kamen laut Stromnetz Berlin äußere Faktoren wie winterliche Witterung und laufende Spurensicherung. Diese Rahmenbedingungen verzögerten die Arbeiten zusätzlich.
3. Beteiligte Akteure und belegte Stimmen
Mehrere Institutionen und Personen waren unmittelbar mit dem Ereignis befasst:
- Stromnetz Berlin als zuständiger Netzbetreiber informierte über Ursache, Umfang und voraussichtliche Dauer des Stromausfalls.
- Franziska Giffey, Berliner Wirtschaftssenatorin, sprach laut Medienberichten von einem „schwerwiegenden Stromausfall“ und verwies auf die anspruchsvollen Reparaturarbeiten.
- Polizei Berlin und Staatsschutz übernahmen die Ermittlungen zur Brandursache.
- Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf richtete Notunterkünfte, Wärme- und Ladepunkte ein und informierte die Bevölkerung über Hilfsangebote.
Alle genannten Angaben sind durch Berichte von Berlin.de, ZDFheute und WELT belegt.
4. Auswirkungen auf Infrastruktur und öffentliche Dienste
Ein Stromausfall wirkt sich nicht isoliert aus. Er zieht eine Kette weiterer Störungen nach sich:
- Verkehrsinfrastruktur: Ampelanlagen fielen zeitweise aus, was den Straßenverkehr zusätzlich belastete.
- Digitale Systeme: Öffentliche Informationssysteme, Anzeigetafeln und Verwaltungsprozesse waren teilweise eingeschränkt.
- Öffentliche Einrichtungen: Schulen, Kitas und Verwaltungsstellen mussten situationsabhängig reagieren.
Diese Effekte zeigen, wie eng Energieversorgung und funktionierende Stadtinfrastruktur miteinander verbunden sind.
5. Folgen für Bevölkerung und Alltag
Für die betroffenen Menschen bedeutete der Stromausfall vor allem Unsicherheit und Einschränkungen im Alltag:
- Heizung und Warmwasser: Viele Heizungsanlagen sind stromabhängig. Ohne Strom blieb es kalt.
- Lebensmittelversorgung: Kühlgeräte fielen aus, was insbesondere bei längerer Unterbrechung problematisch werden kann.
- Kommunikation: Mobiltelefone konnten nicht geladen werden, Internetanschlüsse funktionierten nur eingeschränkt oder gar nicht.
Das Bezirksamt stellte daher Notunterkünfte und Anlaufstellen bereit, an denen sich Menschen aufwärmen und ihre Geräte laden konnten.
6. Kommunikation als kritischer Faktor
Besonders deutlich wurde die Abhängigkeit moderner Kommunikation vom Strom. Mobilfunkmasten, Router und Vermittlungsstellen verfügen zwar teilweise über Notstrom, dieser ist jedoch zeitlich begrenzt. Fällt der Strom länger aus, brechen auch diese Netze schrittweise weg.
Damit geraten nicht nur private Kommunikationsmöglichkeiten unter Druck, sondern auch:
- die Koordination von Hilfsangeboten,
- die Informationsweitergabe an die Bevölkerung,
- die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Organisationen.
Genau an dieser Stelle rückt das Thema redundante Kommunikation in den Fokus.
7. Notfunk: Grundlagen und Einordnung
Notfunk bezeichnet funkgestützte Kommunikationsformen, die unabhängig von öffentlichen Strom- und Datennetzen betrieben werden können. In Deutschland wird Notfunk unter anderem von Funkamateuren und speziell geschulten Notfunkgruppen getragen.
Typische Merkmale von Notfunk sind:
- Betrieb über autarke Energiequellen wie Akkus oder Batterien,
- Nutzung unterschiedlicher Frequenzbereiche (z. B. Kurzwelle, VHF, UHF),
- Möglichkeit zur Übermittlung von Sprache und einfachen Daten.
Notfunk ist in verschiedenen Konzepten des Bevölkerungsschutzes als ergänzende Kommunikationsform vorgesehen.
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8. Notfunk als Ergänzung in Stromausfällen
In einer Lage wie dem Berliner Stromausfall kann Notfunk grundsätzlich dort ansetzen, wo reguläre Netze ausfallen oder unzuverlässig werden:
- Lageinformationen: Weitergabe von Informationen zwischen Einsatzstellen, Notunterkünften und Krisenstäben.
- Koordination: Unterstützung bei der Abstimmung zwischen Behörden und Hilfsorganisationen.
- Redundanz: Bereitstellung eines zusätzlichen Kommunikationsweges, falls Telefon- und Datennetze nicht verfügbar sind.
Ob und in welchem Umfang Notfunk während des konkreten Berliner Stromausfalls eingesetzt wurde, geht aus den vorliegenden Quellen nicht hervor.
9. Grenzen und realistische Erwartungen an Notfunk
Notfunk ist kein Allheilmittel. Er ersetzt weder Stromversorgung noch digitale Hochleistungsnetze. Auch seine Reichweite und Kapazität sind begrenzt.
Wichtig ist daher eine realistische Einordnung:
- Notfunk kann ergänzen, aber nicht ersetzen.
- Er ist besonders wertvoll für Grundkommunikation in Krisenlagen.
- Seine Wirksamkeit hängt von Vorbereitung, Schulung und Einbindung in bestehende Strukturen ab.
10. Bedeutung für Vorsorge und Resilienz
Der Stromausfall in Berlin zeigt, dass auch Großstädte mit moderner Infrastruktur verwundbar sind. Resilienz entsteht nicht durch ein einzelnes System, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Ebenen.
Dazu gehören:
- robuste Stromnetze,
- klare Krisenkommunikation,
- vorbereitete Alternativen für den Fall des Ausfalls.
Notfunk ist ein Baustein in diesem Gefüge – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
11. Einordnung und Fazit
Der Vorfall im Südwesten Berlins ist ein Beispiel dafür, wie schnell sich technische Störungen auf das tägliche Leben auswirken können. Neben der Energieversorgung rückte vor allem die Frage der Kommunikation in den Mittelpunkt. Unabhängige Systeme wie der Notfunk können in solchen Situationen helfen, Informationsflüsse aufrechtzuerhalten und Strukturen zu stabilisieren.
12. FAQ
Was war die Ursache des Stromausfalls in Berlin?
Ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal beschädigte zentrale Stromleitungen.
Wie viele Haushalte waren betroffen?
Rund 45.400 Haushalte sowie etwa 2.200 Gewerbebetriebe.
Gibt es Hinweise auf Brandstiftung?
Ja, die Ermittlungsbehörden gehen von einer vorsätzlichen Tat aus. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.
Warum waren auch Mobilfunk und Internet eingeschränkt?
Diese Netze sind stromabhängig und verfügen nur über begrenzte Notstromreserven.
Was ist Notfunk?
Notfunk ist funkbasierte Kommunikation, die unabhängig von öffentlichen Netzen betrieben werden kann.
Kann Notfunk den Strom ersetzen?
Nein. Notfunk ermöglicht Kommunikation, ersetzt aber keine Energieversorgung.
Wurde Notfunk in Berlin konkret eingesetzt?
Dazu liegen keine bestätigten Informationen vor.
Redaktionelles Kurzfazit
Der Stromausfall im Südwesten Berlins verdeutlicht die Abhängigkeit moderner Städte von stabiler Energie- und Kommunikationsversorgung. Neben technischen Reparaturen rückt die Frage nach belastbaren Alternativen in den Fokus. Notfunk kann hier als ergänzender Kommunikationsweg einen Beitrag zur Krisenfestigkeit leisten.